Ehemalige Eisenbahnlinien, die zu Radwegen umgebaut wurden, finden sich vielerorts in Deutschland. Unter Radfahrerinnen und Radfahrern sind sie besonders beliebt, garantieren sie doch, dass die Strecke frei von steilen Anstiegen ist. Selbst in unmittelbarer Umgebung Dresdens gibt es mehrere, darunter die Trasse, auf der einst die Schönfelder Hochlandbahn rollte. Die Nebenbahnstrecke Dürrröhrsdorf – Weißig wurde 43 Jahre betrieben, von 1908 bis 1951, und belebte während dieser Zeit die Wirtschaft im Hochland spürbar. Noch in den 1930- er Jahren gab es Ideen, die Linie über Weißig hinaus durch das Prießnitztal gen Dresden zu verlängern. Der Zweite Weltkrieg zerstörte auch diese Pläne. Am 23. April 1951 verkehrte der letzte Zug. Gerade einen Monat dauerte der Rückbau der Schienen. Die Deutsche Reichsbahn brauchte das Material für die Ertüchtigung ihrer Hauptstrecken dringend.
Viel Natur und Abwechslung an der Strecke
Nach zunächst nur teilweiser Fertigstellung ist der Radweg Schönfelder Hochland seit 2008 komplett befahrbar und folgt bis auf wenige Umfahrungen dem einstigen Gleisverlauf. Auf gut 14 Kilometern geht es, abgesehen von kurzen Kopfstein- Intermezzi, asphaltiert durch abwechslungsreiche Natur und Kulturlandschaft. Mit fast stetigem, leichten Gefälle folgen auf Weißig die Siedlungen Cunnersdorf, Schönfeld, Schullwitz, Eschdorf, Wünschendorf und Porschendorf. Dort stoppt die Talfahrt am Viadukt über die Wesenitz und es geht auf dem letzten Kilometer bis zur „Endstation“ Dürrröhrsdorf/Dittersbach noch einmal seicht bergan.

Die Eisenbahn-Nebenbahnstrecke Dürrröhrsdorf–Weißig wurde 43 Jahre betrieben. Heute ist sie gemütlich per Rad zu erfahren. © Foto: Karsten Blüthgen

I love my bike
Marion Hertle
Diogenes Verlag, ISBN: 978-3257247411