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Wichtig zu wissen bei Venenerkrankungen

Um bei Venenerkrankungen einen bestmöglichen Therapieerfolg zu erzielen, ist der Weg zum Arzt alternativlos. Der Arzt ist allerdings stark auf die aktive Mithilfe des Patienten angewiesen. Was können Sie selbst gegen Ihre Beschwerden tun?

Eine Grundregel lautet: Fast alles, was mit Bewegung zu tun hat, ist für Ihre Beine gut. Dazu gehören Spazieren, Wandern, Radfahren, Schwimmen. Wo sich im Alltag langes Stehen und Sitzen nicht vermeiden lassen, öfter mal aufstehen und umhergehen, zum Beispiel beim Telefonieren.

 

 

Ins Gewicht fällt Ihr Gewicht! Je mehr Last Ihre Beine zu tragen haben, umso mehr werden sie gesundheitlich belastet. Machen Sie es Ihren Beinen sprichwörtlich leichter und versuchen Sie, unnötige Pfunde loszuwerden!

Trinken Sie pro Tag mindestens zwei Liter, im Sommer drei Liter Flüssigkeit! Achten Sie dabei darauf, dass die Getränke nicht zu viel Kochsalz (Natriumchlorid) enthalten.

Ernähren sie sich gesund und faserreich! Chronische Verstopfung sollte bekämpft und Ihr Stuhlgang durch ballaststoffreiche Kost reguliert werden. Denn starkes Pressen beim Stuhlgang kann die Gefäße schädigen und Krampfadern befördern.


Wechselduschen und Kneippen

Flaches und bequemes Schuhwerk tragen! Von spitzen Schuhen mit hochhackigen Absätzen raten wir ab. Am günstigsten sind ein leicht erhöhter Absatz und eine gute Fußbetteinlage. Barfußlaufen ist gesund, sofern keine arterielle Verschlusskrankheit der Beine oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes) vorliegt.

Öfters kalt (nicht eiskalt) abduschen oder Wechselduschen mit kaltem (10 bis 16 °C) und warmem Wasser (38 °C) sind eine Wohltat für die Beine. Führen Sie den Wasserstrahl außen am Bein hoch bis zur Leiste. Wiederholen Sie den Vorgang auf der Innenseite. Wechselwarme Anwendungen sollten mit kaltem Wasser beendet werden. Auch Wassertreten nach Kneipp (Kneippen) und Beinbäder tun Ihren Venen gut.

Foto: cottonbro/pexelsBeine hoch! Nehmen Sie sich tagsüber und am Abend Zeit, die Beine hochzulegen. So wird der Rückfluss des Blutes gefördert.

Bei ausgeprägten Schwellungen der Beine sollten Sie diese Glieder auch nachts höher lagern. Stellen Sie das Fußende des Bettes einfach um drei bis fünf Zentimeter hoch.

Kennen Sie schon die „SSS- und LLL-Regel“ („3 S- und 3 L-Regel“)? Sitzen und Stehen ist schlecht – lieber Liegen oder Laufen.

Betreiben Sie Venengymnastik, um insbesondere Ihre Beinmuskulatur zu stärken und den Blutkreislauf anzuregen. Dazu eignen sich Kniebeuge, Verbleiben in der Hocke, Walken auf der Stelle, Stand-Up, Dehnung der Beinstrecker und Beinbeuger. Auch Übungen mit angehobenem Gesäß, auf dem Rücken liegend („Bridging“), kräftigen die Beinmuskeln und wirkt möglichen Stauungen von Lymphflüssigkeit in den Beinen entgegen.

Wenn vom Arzt verordnet, täglich konsequent Stütz- bzw. Kompressionsstrümpfe tragen! Am besten, Sie ziehen sie bereits vor dem Aufstehen an und kombinieren dies ggf. mit abschwellend wirkenden Medikamenten (Ödemprotektiva). Im Rahmen der medikamentösen Therapie sollten jedoch nur Stoffgruppen zum Einsatz kommen, deren therapeutischer Effekt durch kontrollierte Studien belegt ist. Zu Venenmitteln, Salben und Linimenten beraten wir Sie in unserer Apotheke sehr gern.

Dies sollten Menschen mit Venenschwäche nicht tun:

  • isometrisch trainieren (Krafttraining, Gewichtheben)
  • überschwere Lasten heben
  • Kleidung zu eng tragen (Mieder, Hosen, Gürtel, Strumpf-/Gummibänder)
  • Nikotin und Alkohol im Übermaß konsumieren

Ungünstig ist zudem alles, was die Venen erweitert, etwa ausgiebige Sonnenbestrahlung, heiße Bäder und zu lange Saunagänge. Daher lautet eine generelle Empfehlung: Meiden Sie Hitze und pralle Sonne!

Zusammenfassung: Damit unterstützen Sie Ihre Venen:

  • täglich ausreichend bewegen, öfter vom Sitzen aufstehen
  • Beine entlasten: gesundes Gewicht halten, keine überschwere Last heben
  • ausreichend trinken, faserreich ernähren
  • nicht zu enge Kleidung und passendes Schuhwerk tragen, barfußlaufen
  • kalte oder Wechselduschen, Kneippen, Beinbäder anwenden
  • Beine so oft wie möglich hochlegen
  • spezielle Venengymnastik für die Beinmuskulatur üben
  • Stütz- bzw. Kompressionsstrümpfe tragen
  • zu viel Alkohol und Nikotin, Hitze und pralle Sonne meiden
  • zu Venenmitteln, Salben und Linimenten mit fachlichem Rat greifen

Achtung! Suchen Sie bei ungewöhnlichen Beschwerden – etwa einer plötzlichen Schwellung und/oder Blauverfärbung eines Beines, bei Husten oder Atemnot mit oder ohne atemabhängigen, stechenden Schmerzen – unbedingt einen Arzt auf!



Stand: Mai 2021
Quellen: LinguaMed Verlags-GmbH (gesundheitswerkstatt.de), gesundheit.de

Haftungsausschluss: Unsere Apotheke übernimmt keine Haftung für Schäden jedweder Art, die direkt oder indirekt bei der Anwendung der in dieser Patienteninformation vorgestellten Behandlungsmaßnahmen entstehen können. Bei unklaren Beschwerden oder ernsthaften Erkrankungen sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
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